Zwischen luziferischer Überschwänglichkeit und ahrimanischer Verengung entsteht der Raum, in dem das ICH frei werden kann. Gerade im Übergang zum 21. Jahrhundert verdichten sich ahrimanische Impulse in Technik, Digitalisierung, Internet, algorithmischer Steuerung, Überwachung und Künstlicher Intelligenz. Anthroposophisch betrachtet geht es dabei nicht um Technikfeindlichkeit, sondern um Bewusstheit: Ahrimans Wirken soll nicht „ausgetilgt“, sondern richtig eingeordnet und ins Gleichgewicht gebracht werden. Rudolf Steiner warnt ausdrücklich vor dem falschen Schluss, die moderne Wissenschaft zu meiden: Man solle sie „kennenlernen“, jedoch mit dem Bewusstsein, dass sie „ein … notwendiger Illusionsaspekt“ sei
Ahrimans Wirken sollte nicht verhindert werden, sondern die Menschheit sollte lernen, es bewusst zu erkennen und kritisch einzuschätzen. Die mögliche Nachwirkung besteht darin, dass der Mensch an der Begegnung mit Ahriman seine eigene Begrenzung auf das Physische erkennen und dadurch bewusster werden kann. Gerade die ahrimanischen Kräfte können so – paradox – zu einem Anlass für geistige Entwicklung werden. Steiner betont deshalb die Aufgabe, zwischen luziferischen und ahrimanischen Einseitigkeiten eine freie, bewusste Mitte des ICH zu entwickeln.
- Beispiele für ahrimanische Verdichtungen
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2000: Internet als Massenmedium als ahrimanischer Impuls
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2020: COVID-19 Maßnahmen als ahrimanischer Impuls
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2022: Künstliche Intelligenz als ahrimanischer Impuls
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Zitate:
Aber ziehen Sie aus dem, was ich jetzt gesagt habe, nur ja keine falschen Schlüsse. Ein falscher Schluß wäre es, die Wissenschaft der Gegenwart zu meiden. Das ist der aller falscheste Schluß, den Sie ziehen könnten. Man soll sie kennenlernen. Man soll gerade alles dasjenige, was von dieser Seite her kommt, kennenlernen, aber mit dem vollen Bewußtsein: ein Illusionsaspekt, ein für unsere Menschheitserziehung notwendiger Illusionsaspekt wird uns dadurch gegeben.
Nicht dadurch, daß wir etwa meiden die Wissenschaft der Gegenwart, bewahren wir uns vor Ahriman, sondern dadurch, daß wir sie in ihrer wahren Gestalt kennenlernen. Denn diese Wissenschaft muß uns eine äußere Illusion geben von dem Weltenall. Wir brauchen diese äußere Illusion. Glauben Sie nur nicht, daß wir diese äußere Illusion nicht brauchen. Wir müssen sie dann nur von ganz anderer Seite her durch die Geistesforschung mit wahrer Wirklichkeit erfüllen, müssen von dem illusionären Charakter zu der wahren Wirklichkeit aufsteigen.
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Sie können ja auch nicht wünschen, daß der Regenbogen vor Ihnen verschwindet, weil Sie ihn als eine Lichtillusion, als eine Farbenillusion erkennen. Sie werden ihn nicht verstehen, wenn Sie ihn nicht in seinem illusionären Charakter durchschauen. So ist es aber mit alledem, was Ihnen gegenwärtige Wissenschaft für Ihr Vorstellungsvermögen von der Welt gibt. Sie gibt nur Illusionen, und man muß den Illusionscharakter erkennen. Dann kommt man gerade dadurch, daß man sich durch diese Illusionen erzieht, zur Wirklichkeit der Welt.
Die Menschen kennen nur diese Dinge noch nicht, aber diese Dinge werden nicht etwa nur angestrebt, sondern sie ergeben sich ganz von selbst durch die Nöte, die auftreten werden in der nächsten Zeit. Und, ich möchte sagen, durch gewisse Verwendung dieser Dinge werden gewisse Geheimgesellschaften, die heute schon ihre Vorbereitungen dazu machen, die da sind, vorbereiten dasjenige, wodurch dann die ahrimanische Inkarnation in der richtigen Weise auf der Erde wird da sein können. Und sie soll da sein; denn der Mensch soll während der Erdenzeit auch erkennen, wieviel aus rein materiellen Prozessen hervorgehen kann. Aber der Mensch soll zugleich einsehen, daß er solche geistige oder ungeistige Strömungen, die zum Ahrimanismus hinführen, beherrschen lernen soll.
Diese Wesenheiten, die wir als ahrimanische und luziferische bezeichnen, sind da in der Welt, haben ihre Aufgabe innerhalb der Weltenordnung, und man kann sie nicht austilgen. Es handelt sich auch gar nicht um das Austilgen, sondern darum, daß, wie die Lasten auf zwei Waageschalen, sich die ahrimanischen und luziferischen Kräfte in ihren Impulsen auf den Menschen und die anderen Wesen das Gleichgewicht halten müssen, ausgleichen müssen. Nicht dadurch führt man die richtige Wirksamkeit einer Kräfte- oder Wesensart herbei, daß man sie wegschafft, sondern dadurch, daß man sich in das richtige Verhältnis zu ihr stellt. Und diese Wesenheiten, die die luziferischen und ahrimanischen sind, sind ganz falsch aufgefaßt, wenn man einfach sagt: Das sind schädliche, sind böse Wesenheiten.
Siehe auch: