Ein Egregor gilt esoterisch als Gruppengeist, der von gemeinsamen Vorstellungen, Gefühlen, Symbolen und Ritualen getragen wird. Als Bild für verinnerlichte Gruppendynamik ist der Begriff jedoch aufschlussreich. Wo ein schwach entwickeltes Ich eine Leerstelle lässt, bieten Systeme bereitwillig Identität von der Stange an: „Erkenne die Gruppe und passe dich an“ ersetzt dann „Erkenne dich selbst“.
Für die Loslösung lassen sich vier Aspekte unterscheiden:
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Erkenntnis und Abgrenzung: Glaubenssätze, Autoritäten und emotionale Auslöser müssen erkannt werden. Der vermeintliche Dämon verliert Macht, sobald das Licht kritischer Aufmerksamkeit auf seine Mechanismen fällt. Durch die Erkenntnis der Gruppenprinzipien und die Selbsterkenntnis kann die Distanzierung von der Gruppe und dem dahinterliegenden Egregor erfolgen. Auch das bewusste und respektvolle Vernichten oder Verbrennen von Reliquien kann hilfreich sein, um die symbolische Bindung an die Gruppe und den dahinterliegenden Egregor zu lösen.
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Symbolischer und praktischer Bruch: Kontakte, Treffen, Mitgliedsbeiträge, Literatur und gruppentypische Rituale können eingeschränkt werden. Reinigungsrituale, das Ablegen von Symbolen oder respektvolle therapeutische Blasphemie markieren die Entbindung, ohne andere Menschen herabzusetzen.
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Trauer und Neuordnung: Nach dem Austritt können Leere, Schuld, Wut und Sehnsucht entstehen. Diese Gegenreaktionen sind häufig Folgen verlorener Zugehörigkeit und verinnerlichter Erwartungen, nicht der Beweis einer übernatürlichen Vergeltung.
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Neuer Sinn und eigene Ziele: Die entstandene Lücke braucht selbstgewählte Werte, tragfähige Beziehungen und konkrete Vorhaben. Ablenkung oder der vorschnelle Wechsel zu einem anderen Egregor kann vorübergehend entlasten, tauscht aber leicht nur einen Gruppenkäfig gegen den nächsten.
Diese Bereiche gehören zusammen: Erkenntnis ermöglicht Distanz, der praktische Bruch entzieht Aufmerksamkeit, Trauer löst alte Loyalitäten, und neue Ziele stabilisieren geistige Selbstbestimmung. Wissen wird dabei erst durch Prüfung und eigenverantwortliches Handeln zur Erkenntnis.
